Recycling-Initiative A/U/F mit positiver Jahresbilanz
Im 1. Quartal 2012 wird das 100. Mitglied erwartet
Frankfurt, 10. Februar 2012 - Die Recycling-Initiative "Aluminium und Umwelt im Fenster- und Fassadenbau" (A/U/F) hat für das Jahr 2011 eine positive Bilanz gezogen. Nach der Neu-Positionierung der Initiative als eingetragener Verein im November 2010 hat die A/U/F bereits 70 neue Mitglieder begrüßen können und zählte zum Jahresende insgesamt 83 Mitgliedsunternehmen. "Nach einer Phase relativer Zurückhaltung der 1994 gegründeten Recycling-Initiative A/U/F ist der Neustart unerwartet positiv gelungen", sagte der Vereinsvorsitzende Walter Lonsinger auf der ersten Jahresversammlung des Vereins in Dormagen. Anlaufschwierigkeiten gibt es laut Lonsinger noch bei der Anlieferung von Schrotten zu den A/U/F-Partnern kural und TSR.
"Die Themen Nachhaltigkeit, CO2-Reduktion und Zertifizierung von Gebäuden bestimmen zunehmend unser operatives Geschäft", erklärt Walter Lonsinger. Für den ehemaligen Chef des Ulmer Systemhauses Hydro Building Systems GmbH (früher Wicona GmbH), der in früheren Jahren bereits als Vorsitzender der A/U/F tätig war, ist die Zielsetzung der vor 17 Jahren gegründeten Initiative aktueller denn je. "Der Verein fördert die nachhaltige Entsorgung und Aufbereitung ausgebauter Bauelemente/Bauprofile, von Fenstern, Türen und Fassaden aus Aluminium zum Zweck der Materialwiederverwendung. Damit soll ein umweltgerechter und Ressourcen schonender Wertstoffkreislauf des Profilmaterials Aluminium gefördert werden", so Walter Lonsinger. Zudem soll der Anteil an Sekundäraluminium mithilfe des geschlossenen Recycling-Kreislaufes kontinuierlich erhöht werden. Träger der A/U/F sind neben den Systemhäusern auch Metallbauer, Bauelementehändler oder Schrottverwerter.
Nach der positiven Mitgliederentwicklung im Jahr 2011 steht die A/U/F im laufenden Jahr vor weiteren Herausforderungen. Bislang nutzen nur knapp 25 Prozent der Mitglieder für ihre Schrottentsorgung die Vorteile einer Zusammenarbeit mit den A/U/F-Vertragspartnern kural und TSR. Die Entsorger betreiben einen hohen administrativen Aufwand, um bundesweit Sammelstellen anzubieten und stellen den Vereinsmitgliedern erforderliche Container auch auf Baustellen bereit. Beide Unternehmen intensivieren zurzeit die Kontakte mit den A/U/F-Mitgliedern, die Kooperation bei der Schrottentsorgung läuft aber nur langsam an. "Hier bedarf es im laufenden Jahr verstärkter Anstrengungen auf allen Ebenen, um die in unserer Satzung festgelegten Vereinsziele zu erreichen", erläutert Lonsinger. Zukünftig soll noch stärker überprüft werden, welche Mitglieder über die Vertragspartner kural und TSR entsorgen. "Wer bis Ende 2012 nicht über die A/U/F-Vertragspartner entsorgt, wird aus der A/U/F ausgeschlossen und erhält auch kein Zertifikat mehr", so Lonsinger. Er forderte alle Mitglieder auf, für entsprechende Gespräche mit kural und TSR offen zu sein, damit der A/U/F seine Aufgaben für die Mitglieder erfüllen und seine Ziele erreichen kann.
Für das Jahr 2012 kündigte Walter Lonsinger auf der ersten A/U/F-Jahresversammlung weitere Aktivitäten an. So ist der Verein seit Jahresbeginn Mitglied in der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB). Zudem sind auf nationaler und internationaler Ebene Kooperationen mit Aluminiumverbänden wie dem GDA Gesamtverband der Aluminiumindustrie und EAA European Aluminium Association geplant. Weiterhin wird gemeinsam mit der DGNB eine Fallstudie zum Recycling über A/U/F erstellt werden. Walter Lonsinger: "Diese wird dazu führen, dass Mitglieder unseres Vereines bei Ausschreibungen Punkte bei der Gebäudebewertung gutgeschrieben bekommen." Kontinuierlich soll auch die Mitgliederbasis verbreitert werden. Nach dem Boom im vergangenen Jahr hofft Walter Lonsinger im Frühjahr 2012 das 100. A/U/F-Mitglied begrüßen zu können, Zielsetzung für das Gesamtjahr 2012 ist die Verdoppelung der Mitgliederzahl auf rund 150.

- Aluminiumschrott kurz vor der Wiederverwertung. Foto: A/U/F
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A/U/F startet durch

Umweltschutz und die Schonung von Ressourcen waren die Eckpfeiler, auf denen sich 1994 die Recycling-Initiative "Aluminium und Umwelt im Fenster- und Fassadenbau" (A/U/F) gründete. Sie hat sich in den Jahren seither vielfach bewährt, hält aber jetzt den Zeitpunkt für gekommen, sich neu zu positionieren: Als eingetragener Verein unter der Firmierung A/U/F e.V. will die Organisation ihre operative Basis deutlich erweitern, um den mittlerweile gewachsenen Herausforderungen mit noch mehr Schlagkraft begegnen zu können.
Zwei Hauptziele verfolgte die Initiative A/U/F in den Jahren nach ihrer Gründung: Sie wollte durchsetzen, dass der Markt Aluminium als endlos recycelbaren, also Umwelt und Ressourcen schonenden Wertstoff akzeptiert, und dass – gewissermaßen in der logischen Konsequenz hiervon – die starken, bis zum Verbot reichenden Beschränkungen für den Einsatz des Leichtmetalls aufgehoben werden. Beides ist erreicht, die Vorzüge von Aluminium wie beispielsweise sein geringes Gewicht und seine beliebige Wiederverwertung ohne Wertverlust sind im Wettstreit der Werkstoffe inzwischen unumstritten. Hierzu und zu einem funktionierenden Wertstoffkreislauf für Aluminium haben die Aktivitäten von A/U/F entscheidend beigetragen.
Nach einer Phase relativer Zurückhaltung haben die Verantwortlichen der Initiative jetzt neue Herausforderungen ausgemacht, die sich aus veränderten Rahmenbedingungen ergeben. „Die Themen Nachhaltigkeit, CO2-Reduktion und Zertifizierung von Gebäuden bestimmen zunehmend unser operatives Geschäft“, sagt Walter Lonsinger. Für den ehemaligen Chef des Ulmer Systemhauses Hydro Building Systems GmbH (früher Wicona GmbH), der in früheren Jahren bereits Vorsitzender der A/U/F war, ergeben sich daraus Aufgaben, die wieder verstärkt Anstrengungen verlangen. Eine der ersten Maßnahmen war im November 2010 die Umstrukturierung von A/U/F in einen eingetragenen Verein (e.V.) mit Sitz in Frankfurt am Main. Dessen Vorsitz wurde Walter Lonsinger angetragen, der „gerne bereit war, mich noch einmal aus dem Ruhestand locken zu lassen, weil ich mich nach wie vor für die Systembranche interessiere und die Initiative als eine sehr wichtige Institution ansehe".
Die zeitgleich verabschiedete Satzung formuliert in § 2 den Vereinszweck als "die nachhaltige Förderung der Entsorgung und Aufbereitung ausgebauter Bauelemente/Bauprofile, von Fenstern, Türen und Fassaden aus Aluminium zum Zweck der Materialwiederverwendung. Darüber hinaus bezweckt der Verein die Förderung des Einsammelns fertigungsbedingter Profilreststücke und produktionsbedingter Spanreste, deren Aufbereitung und Wiederverwendung. Damit soll ein umweltgerechter und Ressourcen schonender Wertstoffkreislauf des Profilmaterials Aluminium gefördert werden. Der Verein ist überparteilich und unabhängig".
Organe des Vereins sind der fünfköpfige Vorstand (der Vorsitzende, zwei Stellvertreter und zwei weitere Mitglieder), der für die Dauer von drei Jahren gewählt wird, und die Mitgliederversammlung, die mindestens einmal jährlich einberufen wird.
Neue Ausrichtung
Kernpunkt des organisatorischen Umbaues: A/U/F ist keine Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) mehr, sondern ein eingetragener Verein (e.V.). Dadurch ist es nach Überzeugung von Walter Lonsinger für alle Beteiligten wesentlich einfacher, aktiv mitzuarbeiten und diese Initiative auf eine breitere Basis zu stellen: "Ab sofort sind nicht nur die Systemhäuser Träger der Organisation, sondern wir bieten den Metallbauern, Bauelementehändlern, Schrottverwertern, anderen Firmen und allen, die unsere Ziele unterstützen, die Möglichkeit, Mitglied bei A/U/F zu werden." Kurzum: Juristische Personen des öffentlichen und privaten Rechts können dem Verein ebenso beitreten wie volljährige Einzelpersonen.
Eines der vorrangigen Ziele ist denn auch der Gewinn neuer Mitglieder, nachdem alle bisherigen Gesellschafter der Initiative bereits dem Verein beigetreten sind. Der jährliche Mitgliedsbeitrag ist in drei Kategorien gestaffelt (alle genannten Beträge verstehen sich zuzüglich Mehrwertsteuer):
Systemhäuser
große Systemhäuser 10.000 Euro
mittlere Systemhäuser 5000 Euro
kleine Systemhäuser 2000 Euro
Verarbeiter/Bauelementehändler
Hersteller > 20 Mio. Umsatz 1500 Euro
Hersteller > 5 Mio. Umsatz 750 Euro
Hersteller < 5 Mio. Umsatz 200 Euro
Bauelementehändler 200 Euro
Sonstige
Zulieferer > 50 Mio. Umsatz 2500 Euro
Zulieferer < 50 Mio. Umsatz 1250 Euro
Einzelpersonen 200 Euro
Das Aufnahmeverfahren für potenzielle Mitglieder ist denkbar einfach: Jeder, der sich mit dem Zweck und den Zielen der Initiative verbunden sieht, kann Mitglied werden. Aufnahmeanträge gibt es bei A/U/F in Frankfurt am Main sowie direkt bei den Systemhäusern, die bereits Vereinsmitglieder sind. Mit dem Aufnahmeantrag erhalten Interessenten einen informativen Flyer, eine Vereinssatzung sowie die Beitragsstaffel zugesandt, per Post oder elektronisch.
Der gelegentlich geäußerten Befürchtung, die neue Zusammensetzung von A/U/F könne zu einer "Zwei-Klassen-Gesellschaft" innerhalb des Vereins führen, tritt Lonsinger energisch entgegen: "Die neue Form und die Satzung räumen den Systemhäusern als den bisherigen Trägern der Initiative keine weitergehenden Rechte ein als jedem anderen Vereinsmitglied. Es gibt also keine Zwei-Klassen-Gesellschaft, sondern nur gemeinsame Ziele und gemeinsames Handeln."
Mit möglichst vielen neuen Mitgliedern, so das Kalkül, erhält der Verein eine deutlich breitere Basis, die seine Handlungs- und Durchsetzungsfähigkeit weiter stärken wird. Zugleich gibt der Verein seinen Mitgliedern Argumente an die Hand, die diese im täglichen Wettlauf um Aufträge zu ihrem Vorteil nutzen können und die nicht zuletzt zur Existenzsicherung im Metallbau mit Aluminium beitragen:
- A/U/F sorgt für nachhaltigen Umweltschutz, indem Aluminiumschrott aus der Fertigung und aus ausgebauten Elementen dank Recycling in einem geschlossenen Wertstoffkreislauf erneut zum Einsatz kommt – ausgediente Fenster, Türen und Fassaden werden wieder zu neuen Produkten.
- A/U/F ermöglicht es der Branche, einen produktspezifischen Recyclingprozess nachhaltig zu beeinflussen und zu optimieren.
- A/U/F eröffnet zum Beispiel Metallbauern die Chance, einen optimierten Recyclingprozess für Fassaden bei der Ausschreibung von nachhaltigen Gebäuden mit anzubieten und sich damit aus dem Wettbewerb herauszuheben.
- A/U/F sorgt dafür, dass Hersteller die Anforderungen, die sich aus ihrer im Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetz beschriebenen Produktverantwortung ergeben, nachweisen und weiterentwickeln können.
- A/U/F ermöglicht ein "closed loop" für Aluminiumprodukte, der Recyclinganteil wird ständig erhöht.
- A/U/F sichert einen qualifizierten Wertstoffkreislauf in Deutschland und in Europa.
- A/U/F garantiert, dass die Aluminiumwertstoffe aus diesem Kreislauf in Deutschland und in Europa verbleiben.
- A/U/F gewährleistet ökologisches Arbeiten mit Aluminium.
Gemeinsames Handeln
Anspruchsvoll ist ein weiteres Ziel, das sich der A/U/F e.V. gesetzt hat: Der Anteil an Sekundäraluminium soll mithilfe des geschlossenen Recycling-Kreislaufes kontinuierlich erhöht werden. Auch hier werden sich Erfolge umso schneller und wirksamer einstellen, je größer die Zahl der Mitglieder ist. Diese verpflichten sich nämlich, ihren Aluminiumschrott über den kontrollierten Kreislauf zu verwerten. "Damit erhöht sich der Anteil an Sekundäraluminium im Bereich Fenster und Fassade permanent", ist sich Walter Lonsinger sicher.
Der Vereinsvorsitzende weiß natürlich, dass A/U/F nicht den gesamten Recyclinganteil an Aluminium erhöhen kann. "Aber wir sorgen dafür, dass es für unsere Materialien einen geschlossenen Kreislauf gibt und das Material in Deutschland beziehungsweise in Europa bleibt", verspricht er. Das gewährleisten auch die vertraglichen Regelungen, wonach das gesammelte Material ausschließlich an deutsche beziehungsweise europäische Aluminiumschmelz- und –presswerke weitergegeben werden darf, die daraus wieder Pressbolzen für Fenster, Türen und Fassaden herstellen. "Wir streben an, dass die Presswerke ebenfalls Mitglieder bei uns werden und somit ein noch effizienterer Prozess entsteht", so Lonsinger.
Ganz bewusst suchen in diesem Zusammenhang die Verantwortlichen im Verein auch die Zusammenarbeit mit dem Gesamtverband der Aluminiumindustrie e.V. (GDA), Düsseldorf, der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB), Stuttgart, dem Verband Fenster + Fassade (VFF), Frankfurt am Main, sowie mit anderen Institutionen im In- und Ausland, um ihre Zielsetzungen erfolgreich einzubringen und umzusetzen.
Überwachtes Zertifikat
Ökologie und Nachhaltigkeit sollen alles Handeln bei A/U/F bestimmen. Um die Ernsthaftigkeit und Glaubwürdigkeit dieser Maxime zu unterstreichen, erhalten die Mitgliedsunternehmen zukünftig auf ein Jahr befristete Zertifikate, die ihnen die Teilnahme am Recyclingkreislauf bestätigen. Das Einhalten der Regeln wird durch regelmäßige Kontrollmeldungen der Schrotthändler und Aufbereitungspartner überwacht. "Wir haben uns einen nachvollziehbaren Kreislauf für eine ökologische Umwelt und eine nachhaltige Wertstoffverwendung zum Ziel gesetzt, und daran arbeiten wir sehr sorgfältig", versichert Walter Lonsinger.
Ein funktionierender Kreislauf setzt ein funktionierendes Sammelsystem voraus. Dafür sollen die Firmen Kural und TSR sorgen, mit denen A/U/F entsprechende Verträge geschlossen hat. In Deutschland stehen den Vereinsmitgliedern aktuell etwa 40 leistungsfähige Sammelstellen zur Verfügung, die äußerst effizient arbeiten. Metallbauer beispielsweise, die dem A/U/F e.V. beigetreten sind, erhalten für ihren korrekt abgelieferten Aluminiumschrott Vergütungen, die sich einerseits an den Preisen der Londoner Metall-Börse (LME) orientieren und andererseits nach Sortenreinheit gestaffelt sind.
"Die Schrottpreise sind so gestaltet, dass es für die Mitgliedsbetriebe auch rentabel erscheint, mit A/U/F zusammenzuarbeiten", sagt Lonsinger, denn er weiß: "Nur wenn das am Kreislauf teilnehmende Mitglied akzeptable Erlöse erzielt, können wir Erfolg haben." Für den Vereinsvorsitzenden ist das Sammelsystem dann optimal ausgestaltet, "wenn wir eine breite Marktabdeckung mit Mitgliedern aus allen gewünschten Bereichen haben, diese Unternehmen sich nachweislich an unseren Zielen orientieren und sie auch erfüllen". Er rechnet – nach Friedrich Schillers Motto "Macht keine kleinen Ziele, denn sie bringen das Blut nicht zum Wallen" mit einem schweren, aber letztlich erfolgreichen Einsatz: "Ich könnte mir vorstellen, dass wir bis Ende dieses Jahres schon eine stolze Anzahl von Vereinsmitgliedern aufweisen können."
Sein Optimismus kommt nicht von ungefähr und wirkt ansteckend: "Aus dem Bereich der bisherigen Gesellschafter verspüre ich eine starke Unterstützung in allen Bereichen", sagt er und prognostiziert: "Wenn die am Bau beteiligten Unternehmen sich mit dem A/U/F e.V. und dessen Zielsetzungen auseinandersetzen und die sich bietenden Möglichkeiten erkennen, bin ich sicher, dass wir eine sehr schlagkräftige Organisation zur Verfügung haben." Und das käme dann dem von ihm formulierten anspruchsvollen Ziel schon sehr nahe: "Wir wollen eine feste Größe, eine Institution in der Aluminiumbranche werden."
