Fallstudien

Austausch von Aluminium-Fenstern ganz öko-"logisch"

Die Oberfinanzdirektion in Münster lässt zur Zeit an ihrem Verwaltungsgebäude in der Andreas-Hofer-Straße eine Grundinstandsetzung durchführen. Die Planung und Projektsteuerung erfolgt durch das Staatliche Bauamt Münster I. Im Rahmen dieser Maßnahme werden bei laufendem Dienstbetrieb abschnittsweise sämtliche - insgesamt 1.600 - Aluminium-Fenster des 11-stöckigen Hochhauses komplett gegen neue, hochwärmegedämmte Fenster ausgetauscht. Eine Aktion, die gut durchplant sein musste. Aus diesem Grund gingen der Bauherr und sein ausführender Fensterbaubetrieb, die Metallbau Wachsmuth GmbH aus dem sächsischen Audenhain, das Austausch-Projekt im wahrsten Sinne des Wortes öko-"logisch" an. Die Projektverantwortlichen stellten im Vorfeld sicher, dass die ausgebauten Aluminiumprofile dem A/U/F-Wertstoffkreislauf zugeführt werden.

 

A/U/F - eine Recycling-Initiative in einem starken Verbund

Zur Recycling-Initiative A/U/F - Aluminium und Umwelt im Fenster- und Fassadenbau - haben sich die marktführenden Anbieter von Aluminium-Profilen zusammengeschlossen. Der A/U/F gehören bereits mehr als 1.000 Metallbaubetriebe an, die sich per Öko-Vereinbarung verpflichtet haben, Alt-Aluminium zu sammeln und der Wiederverwertung zuzuführen. Dies alles geschieht nach dem Motto: "Aus Bauprofilen werden wieder Bauprofile".

Ausgefeilte Logistik bei der Demontage der alten Aluminium-Fenster

Die Demontage der alten Aluminium-Fenster erfolgt binnen mehrerer Jahre halbetageweise nach präzisem Ablaufplan und mit ausgefeilter Logistik. Im ersten Schritt werden die alten Fensterflügel ausgehoben und die Blendrahmen ausgestemmt. Dies erledigt ein eingespieltes Handwerkerteam "Hand in Hand" - raumseits und von außen per Gondel. Nach dem sorgfältigen Entfernen aller Dichtschaumreste und gründlicher Reinigung des Mauerwerks werden die neuen Rahmen ins Lot gestellt und in den bereits vorhandenen Bohrlöchern verschraubt. Im Anschluss an die fachgerechte Abdichtung und Verfugung werden die neuen Flügel eingehängt. Zum Einsatz kommen hochwärmegedämmte SCHÜCO-Aluminium-Fenster des Systems ROYAL S 70.1 mit Sonderprofilen für die Leibungseinfassungen und Dreh-Kippbeschläge mit Einhandbedienung.

Die alten Rahmen und Flügel werden in Containern gesammelt und danach zum Metallkontor Kurth KG in Dormagen, einem Spezialbetrieb für Aluminium-Recycling und ebenfalls Mitglied der A/U/F, transportiert. Dort werden die Profile geschreddert, um Glas und anhaftende Kunststoffteile vom Metall zu trennen. In einem Spezialverfahren wird dann der Anteil der Fremdmaterialien auf weniger als 2 % reduziert. Dieses mechanische Trennverfahren schafft die Voraussetzung für eine unproblematische Weiterverarbeitung im Schmelzwerk der Alumax Recycling B.V. in Kerkrade (NL). Dort werden die Schmelzöfen mit dem Aluminiumschrott befüllt. Jeder Ofen hat zwei Kammern. In der ersten Kammer werden noch anhaftende Restbestandteile abgeschwelt. Danach bleibt der Schrott dann rund vier Stunden zusammen mit anderem Material im Schmelzofen. Dabei werden etwa 20 % Primär-Aluminium sowie - je nach Zusammensetzung der Schmelze - Silizium und Magnesium zugefügt. Ist der Schmelzprozess abgeschlossen, wird der Ofen angestochen und das flüssige Material fließt in Rinnen zu den Formen für die Pressbolzen. Nach einer Wärmebehandlung in speziellen Temperaturkammern kühlen die einzeln markierten Bolzen ab und können ausgeliefert werden. Die Pressbolzen werden später im Presswerk in üblicher Weise zu Strangpressprofilen weiterverarbeitet. Aus den alten Alu-Profilen des Münsteraner Gebäudes entstehen so wieder neue Profile.

A/U/F - umweltbewusster Wertstoffkreislauf für Aluminium

Bei seinem flächendeckenden Wertstoffkreislauf für Aluminium macht sich A/U/F die Tatsache zu Nutze, dass Aluminium ohne Wertverlust beliebig oft recycelt werden kann. Zur Erzeugung von Sekundär-Aluminium werden zudem nur 5 % der für die Primärproduktion erforderlichen Energie benötigt. Aluminium ist deshalb für den einmaligen Gebrauch viel zu wertvoll. Dem trägt A/U/F mit seinem Kreislauf Rechnung. Der Anteil von Recycling-Aluminium im Baubereich beträgt in Deutschland bereits 35 % - Tendenz steigend. Dementsprechend fördern Bauherren und Architekten den Wertstoffkreislauf, indem sie bei Ausschreibungen ganz gezielt die A/U/F-Mitgliedschaft als Nachweis für Umweltengagement verlangen.

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